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26.03.2010, 09:37
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#21
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Registriert seit: 01.02.2010
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Beiträge: 49
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Ich habe hier meinen Text und die Abbildungen noch einmal neu zusammengestellt und hoffe, dass jetzt JEDER auch die Abbildungen sehen kann,... vielleicht interessiert sich ja doch irgendjemand dafür?!
(An AdminT4M: Man könnte dann auch den ursprünglichen Text löschen, aber ich weiss nicht, wie!)
Ich möchte hier etwas ausführlicher auf eine Konstruktion der oben  beschriebenen Darstellenden Geometrie eingehen, die mir sehr am Herzen liegt.
Auch wenn vielleicht vielen von Euch diese mathematische Betrachtungsweise sehr abstrakt und vielleicht "geistig abgehoben" vorkommt  ,- ich finde es lohnt sich  und ich hätte gerne Rückmeldungen.
Der Kreis gehört ja zu den wichtigsten Symbolen.... deshalb hier nun seine Abbildungsfiguren,- so wie wir ihn sehen!
Ein Mensch  , der in einem Kreis steht (Z1), sieht von dem Kreis nur den vor ihm liegenden Teil. Dieser erscheint im Abbild als Hyperbel.
Konstruktiv geometrisch betrachtet, lässt sich auch der hinter der Person liegende Teil des Kreises abbilden. Er erscheint spiegelverkehrt über dem Horizont - ebenfalls in Form  einer Hyperbel. (Mathematisch korrekt sind beidesTeile einer Hyperbel.) -(Bild 1)
Die beiden Punkte des Kreises, die genau auf der Höhe des Standpunktes liegen, lassen sich nicht abbilden (kleine rote Kreise). Ihre Abbilder verschwinden im Unendlichen.
Bewegt sich der Mensch  rückwärts (Z2), ändert sich prinzipiell an der Abbildung nichts. (Bild 2) Der untere Hyperbelteil wird größer, der obere verschwindet weiter nach oben  ....
Wenn der Betrachter den Kreis berührt (Z3) - und zwar wirklich nur genau in diesem Fall  - entsteht als Abbild des Kreises eine Parabel. (Bild 3)
Ist der Betrachter außerhalb des Kreises (Z4), ist das Abbild eine Ellipse, d.h. der Kreis läßt sich jetzt komplett abbilden. (Bild 4)
jetzt lassen sich ein paar  interessante Gedanken anstellen:
z.B. dass es, solange man mitten im Kreis steht, immer einen Teil gibt, der nicht gesehen werden kann; dass in der Geometrie dieser Teil aber doch spiegelverkehrt über dem Horizont - sozusagen tranzendent - erscheint.
Wenn man die Rückwärtsbewegung durch den Kreis als eine Art Zeitschiene sieht, dann sind immer die Momente, die genau im "Jetzt" sind (die rot umkreisten Punkte) mit der Unendlichkeit verbunden. Man könnte vielleicht sagen: Wenn man ganz im "Hier" und "Jetzt" ist, ist man mit der Unendlichkeit verbunden. Schöne Vorstellung, finde ich.
Auch dass die Geometrie sich erlaubt, für den einen besonderen Moment des Übertritts von Innen nach Aussen eine ganz eigene geometrische Form  (die Parabel ist auch mathematisch eine ganz besondere Kurve!) bereitzuhalten, gefällt mir sehr! Die Parabel erscheint übrigens auch beim "Eintritt" in den Kreis, - spiegelverkehrt und über dem Horizont.
Zu guter letzt möchte ich noch anmerken, dass diese mathematischen Konstruktionen zwar abstrakt sind, aber doch ziemlich genau den Vorgang des Sehens in unserem Augen nachvollziehen, also eigentlich zeigen, wie wir die Welt wahrnehmen  .
(ich hoffe, das war jetzt nicht zu lang - diese Überlegungen wollten schon lange mal raus!)
liebe  Grüße, Partenope
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Se parla nel mio cor....
Geändert von Partenope (26.03.2010 um 15:48 Uhr)
Grund: wenns jetzt nicht klappt, fange ich an, an mir zu zweifeln........
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29.07.2010, 11:42
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#22
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Registriert seit: 17.05.2010
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das Unendliche
Ich möchte hier aus dem Buch  von Hans Dieckmann: "Umgang mit Träumen", opus magnum 2003, zitieren. ( an dieser Stelle vielen Dank für die Möglichkeit, die vielen interessanten Texte kostenlos runterzuladen!)
Im Text von H. Dieckmann geht es um das Symbol einer Puppe, die in einem Traum eine Rolle spielte. Er schreibt:
"Nun liegt in der Puppe noch ein anderes Moment. Sie hat kein eigenes Bewusstsein, und ihre Verlebendigung, Grazie und Attraktivität erhält sie nur durch die Projektion in der Seele dessen, der mit der Puppe spielt. Diese Tatsache hat Kleist zu seiner kleinen und sehr tiefsinnigen Schrift "Über das Marionettentheater" angeregt. Die Puppe wird hier in eine Identität sogar mit Gott gebracht. Am Schluss dieser Schrift schreibt Kleist nämlich "Wir sehen, dass in dem Maße, als in der organischen Welt die Reflexion dunkler und schwächer wird, die Grazie darin immer strahlender und herrschender hervortritt. - Doch so, wie sich der Durchschnitt zweier Linien auf der einen Seite eines Punktes, nach dem Durchgang durch das Unendliche, plötzlich wieder auf der anderen Seite einfindet, oder - das Bild des Hohlspiegels -, nachdem er sich in das Unendliche entfernt hat, plötzlich wieder dicht vor uns tritt: so findet sich auch, wenn die Erkenntnis gleichsam durch ein Unendliches gegangen ist, die Grazie wieder ein; sodass sie, zu gleicher Zeit, in demjenigen Körperbau am reinsten erscheint, der entweder gar kein oder ein unendliches Bewusstsein hat, das heißt in dem Gliedermann oder in dem Gott.""
Was Kleist hier über die Puppe, die Grazie und das Göttliche schreibt, verstehe ich nicht so ganz. -Vielleicht kann mir jemand helfen?????
Was er aber über den Durchgang durch das Unendliche schreibt, entspricht genau dem, was bei der perspektivischen Abbildung eines Kreises passiert: die Abbildungskurve verschwindet im Unendlichen, um sich dann von der anderen Seite her wieder zu nähern!
LG, Lidia
Geändert von Lidia (29.07.2010 um 11:45 Uhr)
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04.08.2010, 23:57
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#23
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Registriert seit: 07.09.2009
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Liebe Lidia!
Zitat:
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Was Kleist hier über die Puppe, die Grazie und das Göttliche schreibt, verstehe ich nicht so ganz. -Vielleicht kann mir jemand helfen?
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Offen gestanden: Ich kann den Sinn des Textes auch nicht ganz erfassen. Dennoch möchte ich einige Punkte herausgreifen und erzählen, was mir dazu eingefallen ist.
Zitat:
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Nun liegt in der Puppe noch ein anderes Moment. Sie hat kein eigenes Bewusstsein, und ihre Verlebendigung, Grazie und Attraktivität erhält sie nur durch die Projektion in der Seele dessen, der mit der Puppe spielt ... Die Puppe wird ... in eine Identität sogar mit Gott gebracht.
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Der Puppenspieler projiziert, d.h. er schreibt eigene unbewußte Anteile der Puppe zu, er legt seine Einstellungen quasi in das Objekt hinein. Dieser Vorgang gleicht einer Spiegelung, bei der außen sichtbar wird, was im Inneren nicht wahrgenommen werden kann. Diese Verdoppelung dient der Selbsterkenntnis. Ur- und Abbild sind identisch, zwei, die wesentlich eins sind.
Soweit von Gott die Rede ist, ist der Spieler bzw. dessen Geist gemeint, der wiederum tatsächlich für Gott stehen kann. (Die Puppe ist identisch mit demjenigen, der ihr seine Eigenschaften gibt, folglich mit dem Spieler. Wenn sie und Gott eins sind, ist der Spieler Gott.)
Unter der Puppe, also unter dem Ebenbild, könnte der Mensch verstanden werden, z.B. Adam . Dessen in 1. Mose 2, 7 beschriebene Belebung durch Inspiration (Einhauchen des göttlichen Atems bzw. Geistes) hat in meinen Augen Ähnlichkeit mit einer Projektion.
Wird die Projektion und die damit verbundene Energie zurückgenommen, kehrt das in die Puppe verlagerte Leben (samt „Grazie“) zum Ursprung (Gott) zurück. Psychologisch gesprochen findet damit eine Integration vormals latenter, nach außen projizierter Inhalte ins Bewußtsein statt. Die Einheit (Identität) ist vollständig wiederhergestellt.
Viele Grüße, Koronis
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06.08.2010, 08:11
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#24
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 25.09.2009
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Hallo Lidia und Koronis!
Ich lese gerade das Buch  "Die Wolfsfrau" von Pinkola-Estés, einer Jungianerin. Sie erzählt darin von einem alten, russischen Märchen  , "Vasalisa, die Weise". Es geht da um die Puppe in der Schürzentasche, welche die weibliche Intuition verkörpert. Wenn man Hilfe braucht, befrage man die Puppe. Man trage sie immer bei sich und füttere sie.
Das ist doch sehr schön ausgedrückt.
Liebe  Grüsse, Eurydike
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07.08.2010, 01:20
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#25
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Benutzer
Registriert seit: 07.09.2009
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Hallo Eurydike,
könnte es sein, daß die Puppe, die sich in der Schürzentasche befindet, eher den unsichtbaren geistigen Aspekt darstellt, während die Figur, derer sich der Puppenspieler bedient, mehr die in Erscheinung tretende materielle Seite vertritt? Oder anders ausgedrückt: Ist vielleicht die erste Puppe das Bild , das der Spieler in den äußeren Menschen hineinprojiziert hat, ein Gottesfunken, wie der Gnostiker sagen würde?
Herzliche Grüße, Koronis
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07.08.2010, 18:54
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#26
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 25.09.2009
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Koronis, Du stellst mir eine schwierige Frage. Ich versuche sie aus eigener Erfahrung zu beantworten.
Die Puppe in der Schürzentasche ist für mich eine Fähigkeit, die ich noch entwickeln muss. Es passt ganz gut, dass Pinkula-Estés sie Intuition nennt. Bei mir ist diese "Puppe" eine Zenfigur, die mir das Gefühl gibt, jemand Klügeren fragen zu können, wenn ich keine Antwort weiss. Allerdings könnte es sich da auch um das Selbst handeln.
Ein Puppenspieler spielt für andere ein Märchen  nach oder er erzählt seine eigene Geschichte oder überhaupt eine. Dabei legt er zu einem Teil seine eigenen Erfahrungen in die Puppen, also weniger seine unentwickelten Fähigkeiten, ausser er lässt eine Puppe als weise Frau oder weisen Mann auftreten. Ich stelle mir vor, dass es Schriftstellern ähnlich geht.
Ich bastelte früher für meine Kinder ein Kasperletheater mit etlichen Figuren. Das Hexchen gefiel mir am besten, denn sie hatte einen gütigen und weisen
Gesichtsausdruck. Die Kinder spielten so wild mit den Figuren, dass sie zu Bruch gingen und ich das Hexchen rettete....
Liebe  Grüsse, Eurydike
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08.08.2010, 06:12
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#27
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Registriert seit: 07.09.2009
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Guten Morgen Eurydike!
Vielen Dank für die Mühe, die Du Dir mit meiner Frage gemacht hast! Ich fürchte, der Denktyp in mir hat mal wieder reichlich Abstraktes von sich gegeben! In Deiner praxisnäheren Beschreibung wirkt die in der Schürzentasche lebende Puppe wie eine innere Stimme oder vorhandenes Potential.
Daß die Puppe gefüttert werden soll, wie Du gesagt hast, hat vielleicht damit zu tun, daß das Selbst Anregungen vom Ich braucht.
Grüße an alle!
Koronis
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12.08.2010, 11:37
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#28
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Registriert seit: 17.05.2010
Beiträge: 42
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Liebe  Koronis, liebe  Eurydike und alle anderen........
Danke für Eure interessanten Gedanken!
Zitat:
Der Puppenspieler projiziert, d.h. er schreibt eigene unbewußte Anteile der Puppe zu, er legt seine Einstellungen quasi in das Objekt hinein. Dieser Vorgang gleicht einer Spiegelung, bei der außen sichtbar wird, was im Inneren nicht wahrgenommen werden kann. Diese Verdoppelung dient der Selbsterkenntnis. Ur- und Abbild sind identisch, zwei, die wesentlich eins sind.
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Mal abgesehen davon, dass hier immer wieder Begriffe auftauchen, die auch in der Darstellenden Geometrie gebräuchlich sind, und ich das sehr aufregend finde ( Projektion, Abbild, Urbild , Identität, Kongruenz, Affinität etc......),
möchte ich folgende - ganz andere Gedanken loswerden:
Um eine Puppe zu "beseelen", braucht der Spieler oder die Spielerin Phantasie und eine gewisse Selbstvergessenheit. Vielleicht ermöglicht diese Selbstvergessenheit, dass das Selbst (oder ein Teil davon) sich in der Puppe zeigen kann?
Mit der Selbstvergessenheit verschwinden oder verschwimmen auch das Zeit- und Raumgefühl. Es ist ein Eintauchen in das Hier und Jetzt.
(Mihaly Csikszentmihalyi würde diesen Zustand vielleicht als Flow bezeichnen.)
In der Unendlichen Geschichte von Michael Ende  sagt die Kindliche Kaiserin zu Bastian, in dem Moment, als er sich entgültig entschieden hat, aus der realen Welt in das Reich der Phantasie (Phantasien) hinüberzuwechseln: "Ewig ist der Augenblick" (Seite 219, Die Unendliche Geschichte, M. Ende  )
Überhaupt sind die "Übergangsmomente" von der einen in die andere "Welt" in diesem Roman ganz besondere, magische Momente, die mit der Unendlichkeit verbunden zu sein scheinen - wo Zeit und Raum eine andere Dimension haben.
[In Klammern: So etwas Ähnliches symbolisieren für mich - auf ganz andere Art dargestellt, nämlich mathematisch geometrisch, -die perspektivischen Abbildungskurven eines Kreises, die "im Hier und Jetzt" im Unendlichen verschwinden, um dann über dem Horizont seitenverkehrt wieder aufzutauchen.......ich weiss, das ist sehr abstrakt! ]
Ich frage mich, was bedeutet es dann symbolisch, wenn während -oder vielleicht sogar durch diesen Akt des selbstvergessenen Tuns die Puppe sich "entpuppt" und zum lebendigen Wesen wird???? wie im Traum von Ros mira (05.05.2010 - Thema: Fest der ungesäuerten Brote  ):
Zitat:
ich soll meine puppen abstauben (es ist eine art innere stimme, eine weibliche "urmutter" - so habe ich es empfunden- , die mich dazu auffordert.)
da liegt meine alte babypuppe gleich zweimal da und daneben liegen stücke von plastikpuppenhaut......... (schon entpuppt?)
ich nehme die eine puppe und, obwohl ich ganz bewußt registriere, dass es eine puppe ist, die natürlich nichts in der windel haben kann, öffne ich ganz bewußt und "hingebungsvoll" wie ein kleines mädchen die windel.......
da verwandelt sich die puppe in ein echtes baby , das leider ziemlich "verschissen" - also vernachläässigt ist. trotzdem bin ich froh, dass das baby da ist.
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LG, Lidia
Geändert von Lidia (12.08.2010 um 18:53 Uhr)
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12.08.2010, 11:56
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#29
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Registriert seit: 17.05.2010
Beiträge: 42
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Die Puppe in der Tasche
Die Puppe in der Tasche scheint mir symbolisch wie eine latent vorhandene Möglichkeit zu sein, durch die Puppe mit dem eigenen Selbst (oder einem Teil davon) in Verbindung zu treten (die Puppe zu befragen), wann immer das notwendig ist. Je neutraler die Puppe dabei ist, um so mehr "Platz" ist da für verschiedene "Gesichter", die sie dann zeigen kann. - ein bischen so wie ein unbeschriebenes Blatt  .....
LG, Lidia
Geändert von Lidia (12.08.2010 um 18:48 Uhr)
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13.08.2010, 11:39
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#30
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 25.09.2009
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Liebe  Lidia!
...mit dem eigenen Selbst in Verbindung treten....
Das ist mir bisher nur 2-3x passiert, ohne Puppe.
Meist wurde ich "gereizt" und Emotionen kamen hoch, die den Verstand ausschalteten. Das ging blitzschnell und meine Antwort kam dann aus dem Bauch  und war genial auf allen Ebenen, sowohl auf meiner wie auch auf der des Partners. Sie warf die Konvention um, war tiefblickend und grundehrlich und überraschte mich selbst. Im anderen Thema der ungesäuerten Brote  meinte ich noch, sowas käme nur im Traum oder vielleicht im Tod vor, aber hier war ich zwar hellwach, jedoch etwas (das Selbst ?) war schneller als ich (ein Blitz  )
Im Zen nennt man das Erleuchtung  . Die Welt bleibt wie sie ist, aber man sieht sie mit anderen Augen.
Nun frage ich mich, ist Phantasie und das Selbst das Gleiche? Hab so dass Gefühl, dass es nicht so ist. Was meinst Du resp. ihr ???
LG, Eurydike
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14.08.2010, 13:25
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#31
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Registriert seit: 17.05.2010
Beiträge: 42
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Du hast recht, Eurydike,
Ich hätte besser schreiben sollen:
Die Puppe in der Tasche scheint mir symbolisch wie eine latent vorhandene Möglichkeit zu sein, durch die Puppe mit dem eigenen Unbewußten (oder einem Teil davon) in Verbindung zu treten (die Puppe zu befragen), wann immer das notwendig ist.
Grüße von Lidia
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15.08.2010, 08:07
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#32
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 25.09.2009
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Guten Morgen liebe  Teilnehmer!
Damit wir eine bessere Perspektive haben resp. uns nicht mit Bezeichnungen verwirren, möchte ich vorschlagen, dass wir mal klären, was folgende Bezeichnungen meinen;
das Bewusste - das Unbewusste - das kollektive Unbewusste - Intuition - Phantasie - Traum - das Selbst
Frage: gibt es auch ein kollektives Bewusstsein?
Ich mache mir mal Gedanken über die Zusammenhänge und werde darüber berichten.
Einen schönen Sonntag allerseits, Eurydike
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17.08.2010, 18:16
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#33
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Registriert seit: 07.09.2009
Beiträge: 57
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Liebe Lidia,
was Du über das Eintauchen ins Hier und Jetzt/in die Unendlichkeit schreibst, kann ich vom psychologischen Standpunkt aus gut nachvollziehen.
Zitat:
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So etwas Ähnliches symbolisieren für mich - auf ganz andere Art dargestellt, nämlich mathematisch geometrisch, -die perspektivischen Abbildungskurven eines Kreises, die "im Hier und Jetzt" im Unendlichen verschwinden, um dann über dem Horizont seitenverkehrt wieder aufzutauchen
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Hierzu kann ich mangels Fachwissen keine fundierte Meinung beisteuern.
Was den von Dir zitierten Traum angeht: Mir kommt es so vor, als würde die betreffende Person von Schicht zu Schicht vordringen, von der äußersten (Staub) zur mittleren (Puppenhaut) und von dort zur innersten (Windel). Zum Schluß ist der (Windel-)Inhalt zu erkennen. Möglicherweise ist das so zu verstehen, daß die Aufmerksamkeit vorübergehend von den äußeren Tatsachen abgezogen wird, um sie schließlich auf den Wesenskern zu lenken. Das derart zum Vorschein Gebrachte könnte etwas bis dahin Unbewußtes sein, z.B. vergessene Erlebnisse und damit verbundene Emotionen. Erinnerungen sind ja in gewisser Hinsicht Wiederholungen, die wiederum mit der Zahl zwei assoziiert werden (verdoppelte Puppe aus der Kindheit). Ein solches Wiederaufleben der Vergangenheit könnte einen vitalisierenden Effekt haben (Verwandlung in ein echtes Baby ). Mit der Erinnerung erhält man nämlich etwas zurück, das man verloren hatte, etwas, woran sich Libido geknüpft haben könnte.
Für wichtig halte ich die selbstkritische Bewertung („verschissen" = vernachlässigt), denn darin liegt eine neue Erkenntnis, die über „bloßes“ Rekapitulieren hinausgeht. Dieses vorher nicht dagewesene Bewußtsein dürfte konkrete Auswirkungen auf das praktische Leben haben.
Zum Zusammenhang des Urteilens mit einem möglichen Bewußtseinszuwachs möchte ich E.F. Edinger zitieren:
„Dem Paris, dem menschlichen Opfer göttlicher Drückebergerei, fiel es zu, zwischen Hera, Athene und Aphrodite ein Urteil zu fällen. Der unschuldige Schäfer sah sich einer Mannesprobe ausgesetzt, die von ihm verlangte, sich … den zentralen Wert seines Lebens zu wählen. Seine Wahl war ein Akt der separatio und beförderte ihn auf die nächste Entwicklungsstufe. Auf einem alchemistischen Bild geht mit dem Urteil des Paris das Aufwecken eines schlafenden Königs einher. Dies deutet darauf hin, daß ein solcher Akt des Urteilens eine Verbindung zum Selbst bewußt machen kann.“
Aus: Der Weg der Seele, S. 241, 242
Herzliche Grüße, Koronis
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18.08.2010, 19:11
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#34
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 25.09.2009
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Ich schliesse mich Koronis an, indem ich ebenfalls nichts über die Perspektive des Kreises sagen kann. Ich vermute aber, dass etwas dahinterstecken könnte. In solchen Fällen machte Jung eine circumambulatio  , d.h. er kam von allen möglichen Seiten auf das Problem zu. Ich hatte das Gefühl, wir verwirrten uns mit Begriffen, deshalb möchte ich versuchen, meinen Text von gestern nochmal einzugeben.
Zuerst die Reihenfolge der Begriffe:
Selbst-KU-UB-Intuition-Traum-Phantasie-KBW-BW-Ego
von links nach rechts=zunehmend bewusst oder eingeengt
von rechts nach links enthaltend im linken Nachbarn
(KU=kollekt. Unbewusstes, UB=Unbewusstes, KBW=kollekt. Bewusstsein, BW=Bewusstes)
Ein paar  Stichworte zu den Begriffen:
Selbst: die Ganzheit, Vereinigung der Gegensätze, paradoxer Charakter (individuell und ewig), heilende Wirkung. Symbol z.B. Kind, königliches Paar  , Kristall, Gefäss. Vom Intellekt nicht wahrnehmbar. Raum-und zeitlos. Keine Projektionen mehr. Keine Muster sondern immer frisch. Verbindung zu Selbst durch Träume und Kunst oder die inferiore Funktion. Lüge und Betrug verscheuchen es, Grosszügigkeit und Nächstenliebe und Tierliebe ziehen es an.Sein Schatten ist Besessenheit  oder Angst  , Gott zu begegnen. Auftreten von Synchronizitäten.
KU: Polare Natur (Triebe und Geistiges), nicht individuell, wirkt fremd, mit starken Emotionen gekoppelt. Archetypen  .
UB:Persönlich,Schöpfer geistiger Welten, Komplexe, hilfreiche Einfälle, kompensatorisch zu BW, nur durch Wirkung erfassbar, Symbole wie Wüste, dichter Wald, Tiefsee, Unterwelt, Schlange. Heimat der Träume. Weg dorthin durch Meditation, Aktive Imagination, Depressionen, Drogen und Traum.
(Morgen weiter, bitte macht mich auf Fehler oder Fragen aufmerksam, liebe  Grüsse, Eurydike)
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19.08.2010, 11:18
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#35
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 25.09.2009
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(Fortsetzung von gestern, die Begriffe verstehe ich natürlich fliessend, also kein Schubladendenken, aber ohne gewisse Abgrenzungen geht es ja nicht)
Intuition: Funktion aus dem Unbewussten, die in Lücke springt, wenn wir etwas nicht können z.B.Raten unter "Bedrohung". Denkt um die Ecke. Ungenaues Hinschauen nimmt Fülle auf und führt zu Ahnung.Umstellung vom Faktischen zum Wesentlichen. Zeitraffer, der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft blitzschnell berücksichtigt. Unerlässlich bei Deutung  von Symbolen. Evidenzgefühl.
Traum: Verbindet BW mit UB. Wirkt kompensatorisch. Enthält Zukunftskeime. Wird vom Selbst geschickt. Kontext und Serien sind wichtig. Kausal und final.Man kann sie durch Uebung manchmal lenken.(Lucides Träumen)
Phantasie: Im Wachzustand nimmt sie innere Gesetze wahr. Verdrängtes taucht aus UB als Phantasie auf in archetypischer Form  . Ist lenkbar.
Kollekt. BW: Dies habe ich der Ordnung halber eingefügt. Stelle mir vor, dass es das gesammelte Wissen der Menschheit ist z.B. in Bibliotheken etc.
BW: Wählen können. Emotion als Quelle. Sich befreien vom Ich. Unser Denken  meistern. Der Kampf, zu dem wir geboren sind...
EGO: Ichverhaftet, sehr eingeschränkt und durchsetzungsfähig.
Hiermit übergebe ich an euch... liebe  Grüsse, Eurydike
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19.08.2010, 17:02
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#36
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Benutzer
Registriert seit: 17.05.2010
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Hallo Koronis und Eurydike,
es tut mit Leid, dass ich hier von so abstrakten mathematischen Konstruktionen spreche. Das ist wahrscheinlich für andere, die sich mit der Materie nicht so beschäftigt haben, schwerer verständlich als ich gedacht habe!
Aber vielleicht kann man es trotzdem als Beispiel dafür nehmen, dass man in den verschiedensten Bereichen Symbolhaftes finden kann?! (Vielleicht ist es auch so eine Art Projektion - wie bei der Puppe -: dass durch die intensive Beschäftigung mit einer bestimmten Sache plötzlich aus dem eigenen Inneren heraus eine neue Bedeutung in diese Sache gelegt wird?
(Ich habe den Eindruck, dass es auch limarodessa so geht mit seinem Beitrag. Allerdings habe ich in diesem Fall  viel zu wenig Fachwissen und verstehe die online-Übersetzung aus dem Russischen auch zu schlecht, um etwas dazu zu sagen! Eigentlich schade!)
Was Koronis zu dem Traum schreibt, gefällt mir gut:
Zitat:
Mir kommt es so vor, als würde die betreffende Person von Schicht zu Schicht vordringen, von der äußersten (Staub) zur mittleren (Puppenhaut) und von dort zur innersten (Windel). Zum Schluß ist der (Windel-)Inhalt zu erkennen. Möglicherweise ist das so zu verstehen, daß die Aufmerksamkeit vorübergehend von den äußeren Tatsachen abgezogen wird, um sie schließlich auf den Wesenskern zu lenken. Das derart zum Vorschein Gebrachte könnte etwas bis dahin Unbewußtes sein, z.B. vergessene Erlebnisse und damit verbundene Emotionen.
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Das Bild  vom wiederholten „Schichten Abtragen“ erinnert mich an die russischen Puppen in der Puppe. Mir fallen  Begriffe dazu ein wie sich Konzentrieren oder aufs Wesentliche Fokusssieren....
Zitat:
„Dem Paris, dem menschlichen Opfer göttlicher Drückebergerei, fiel es zu, zwischen Hera, Athene und Aphrodite ein Urteil zu fällen. Der unschuldige Schäfer sah sich einer Mannesprobe ausgesetzt, die von ihm verlangte, sich … den zentralen Wert seines Lebens zu wählen. Seine Wahl war ein Akt der separatio und beförderte ihn auf die nächste Entwicklungsstufe. Auf einem alchemistischen Bild geht mit dem Urteil des Paris das Aufwecken eines schlafenden Königs einher. Dies deutet darauf hin, daß ein solcher Akt des Urteilens eine Verbindung zum Selbst bewußt machen kann.“
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Den Zusammenhang zu diesem Zitat herzustellen, ist mir etwas schwergefallen.
Ich verstehe es so, dass jemand, der sich klarmacht, dass ein Aspekt seiner Person oder eine wichtige Fähigkeit - z.B. hier das selbstvergessene, konzentrierte Tun - vernachlässigt worden ist, schon mit dieser Erkenntnis einen Entwicklungsschritt macht??!
LG, Lidia
Mir fällt gerade die Parallelität zwischen dem Begriff "Konzentrieren" und dem Begriff
Zitat:
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den zentralen Wert seines Lebens
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Also vielleicht geht es auch darum, den Fokus auf das Wichtigste (im eigenen Leben  ) zu legen und sich zu entscheiden..........
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19.08.2010, 17:59
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#37
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Benutzer
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Hallo Lidia!
Zitat:
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es tut mit Leid, dass ich hier von so abstrakten mathematischen Konstruktionen spreche. Das ist wahrscheinlich für andere, die sich mit der Materie nicht so beschäftigt haben, schwerer verständlich als ich gedacht habe!
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Das muß Dir nicht leid tun! Immerhin können wir so über unseren Tellerrand hinaus sehen. Auch wenn ich nicht jedes Detail nachvollziehen kann, finde ich Deine Schlußfolgerungen interessant.
Zitat:
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Ich verstehe es so, dass jemand, der sich klarmacht, dass ein Aspekt seiner Person oder eine wichtige Fähigkeit - z.B. hier das selbstvergessene, konzentrierte Tun - vernachlässigt worden ist, schon mit dieser Erkenntnis einen Entwicklungsschritt macht??!
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Ja, so könnte man das formulieren, zumal mit einem solchen Werturteil häufig der Vorsatz verbunden ist, es in Zukunft anders, besser zu machen.
Zitat:
Also vielleicht geht es auch darum, den Fokus auf das Wichtigste (im eigenen Leben ) zu legen und sich zu entscheiden
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Genau, man setzt sich ein neues Ziel und bewegt sich dann darauf zu - nicht nur im Kopf, sondern auch im realen Leben  .
Liebe  Grüße, Koronis
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22.08.2010, 07:24
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#38
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 25.09.2009
Ort: bei Zürich
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Guten Morgen  allerseits!
Ich bin noch am Ueberlegen, was die Begriffe (weiter oben  ) und ihre Reihenfolge mit der Perspektive des Kreises zu tun haben könnten.
Kann man einen Kreis schliessen?
Bringt uns der Aufbau eines Atoms mit seinem Kern und den Elektronenbahnen weiter?
Muss man sich eine Kugel vorstellen?
Ist das Ganze hierarchisch oder nicht?
Wäre schön, wenn ihr auch mal mit solchen Gedanken spielt...
Liebe  Grüsse, Eurydike
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23.08.2010, 21:04
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#39
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Benutzer
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Beiträge: 57
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Hallo Eurydike,
um Deinen Vergleich mit dem Atom aufzugreifen – ich könnte mir das so vorstellen:
Die äußerste Schale markiert die Peripherie des Selbst,
die darunter liegende umgibt das Persönliche Unbewußte,
die nachfolgende schließt das Kollektive Unbewußte ein.
Der Kern ist das Zentrum des Selbst.
Das Ich gleicht einem Elektron, das sich auf der Außenbahn bewegt. Es umkreist die eigene Mitte .
Intuition, Phantasie sowie Träume sind in meinen Augen Wege, die zum Zentrum führen. Sie stellen die Verbindung zwischen den Polen her.
Das Bewußtsein könnte man sowohl außen (im Ich) als auch innen (im Kern) ansiedeln, wobei die Qualität jeweils verschieden ist. Vielleicht könnte man im ersten Fall vom solaren Bewußtsein sprechen und im zweiten vom lunaren.
Das Kollektive Bewußtsein, auf das das Ich Zugriff hat, kann ich in diesem Modell gerade nicht unterbringen.
Herzliche Grüße, Koronis
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24.08.2010, 11:25
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#40
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Benutzer
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Ich habe noch ein paar  Computerbilder gemacht, um die perspektivische Abbildung eines Kreises vielleicht etwas anschaulicher zu machen!?
Man muss sich die perspektivische Abbildung so vorstellen: Senkrecht zur Blickrichtung wird eine imaginäre Ebene (Bildebene) in den Raum gestellt und auf diese Ebene werden von einem "Augpunkt" aus mit Hilfe von ebenfalls imaginären Sehstrahlen alle abzubildenden Punkte auf die Bildebene projiziert.
Diesen Vorgang nennt man Projektion, und zwar Zentralprojektion, weil alle Strahlen von einem Punkt ausgehen.
Hier als Beispiel ein Stich von Dürer.
(Der Augpunkt ist in diesem Fall nicht wirklich das Auge, sondern der Haken rechts an der Wand.)
Diese Art der Abbildung entspricht in etwa dem Sehen mit einem Auge 
(Durch das Sehen mit zwei Augen erscheint alles räumlich.) oder einer Fotografie.
Steht nun ein Mensch  in einem Kreis, so kann er nur den vor ihm liegenden Teil des Kreises sehen.
Lässt man jetzt einen Punkt auf dem Kreis von vorne nach links hinten wandern, so wandert der Abildungspunkt auf einer Hyperbel nach unten links in immer größeren Schritten "aus dem Bild  ".
Ist der Sehstrahl dann parallell zu der Bildebene, so lässt sich der Punkt nicht abbilden, d.h. der Abbildungspunkt verschwindet im Unendlichen.
Die nicht abbildbaren Punkte des Kreises liegen genau links und rechts vom Betrachter - das ist die Situation, die ich mit "im Hier und Jetzt" assoziiert habe.
Die Punkte des Kreises, die hinter dem Betrachter liegen, sind natürlich normalerweise nicht zu sehen.
Mathematisch konstruktiv lassen sich aber diese Punkte auf die Bildebene projizieren. Der Sehstrahl geht dann sozusagen vom Kreis "durch das Auge  " bis zur Bildebene. Die Abbildungspunkte erscheinen dann auf einer Hyperbel über dem Horizont - und zwar auf der anderen Seite -in diesem Beispiel also von rechts.
Das heißt: der hinter dem Betrachter liegende Teil des Kreises erscheint seitenverkehrt und imaginär (weil man die Punkte ja nicht wirklich sehen kann) über dem Horizont. Man kann das ja jetzt natürlich als reine Gedankenspielerei betrachten, es ist aber interessant, dass man für die exakte Konstruktion der unteren Kurve diese zweite braucht (mathematisch gesehen sind die beiden die zwei Äste einer Hyperbel.) -Allerdings hat sich das im Zeitalter der computeranimierten Konstruktionen erübrigt.-
Auf diese Art lassen sich die Punkte abbilden bis der Sehstrahl wieder parallel zur Bildebene ist.
Danach erscheint der Abbildungspunkt wieder von unten rechts usw........
Ich hoffe, dass das jetzt ein wenig anschaulicher ist.... 
Durch Anklicken kann man die Bilder  auch größer anschauen....
Ob das jetzt Sinn macht, diese Konstruktion irgendwie symbolisch zu betrachten, weiss ich grad auch nicht mehr, dafür habe ich gerade zuviel über die Darstellung der Konstruktion nachgedacht - dabei muss man sehr logisch und folgerichtig denken  und das ist für symbolisches Erfassen glaube ich nicht so hilfreich!
Man könnte z.B. sagen. der sichtbare Teil des Kreises steht für die reale Welt, der unsichtbare für die irreale......in den Übergängen berühren wir das Unendliche?....Dann könnte die Abbildung der Punkte des Kreises z.B. Michael Endes "Unendliche Geschichte" symbolisieren..........
Auf jeden Fall  sollte man keine zu starre Bedeutung darauflegen, auch hier muss noch ein wenig Numinoses bleiben.......
Fürs Erste, LG, Lidia
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