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09.07.2008, 20:30
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#1
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kümmert sich um den Betrieb
Administrator
Registriert seit: 04.07.2008
Beiträge: 29
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Seltene aber bemerkenswerte Traumsymbole
Die Traumsymbole des persönlichen Unbewussten können, abhängig von den realen Erfahrungen des Träumenden, sehr vielfältig sein. Dennoch werden hinter den persönlichen Traumbildern oft psychische Muster erkannt, die so ähnlich auch in anderen Menschen  auftauchen.
Aber auch unter den archetypischen Träumen können Symbole auftauchen, die relativ selten sind, und deren Aussage bemerkenswert sein kann. Solche Symbole dürften eher selten Eingang in die "Traumliteratur" finden, deshalb erscheint ein Austausch darüber recht hilfreich. Hier ein Beispiel für das ich bisher in der Traumliteratur noch kein Pendant fand:
Unter Wasser atmen können.Ich schwimme in einem größeren See. Ein Kind, vielleicht so fünf bis sechs Jahre alt , ist ebenfalls dabei. Als ich an ihm vorbei schwimmen will, umklammert es mich plötzlich und drückt meinen Kopf unter Wasser. Ich denke, dass das Kind wohl recht forsch ist. Nun ja, ich bin groß und stark - da werde ich es eben einfach abschütteln.
Aber so sehr ich mich auch bemühe; dieses kleine Kind hat offenbar mehr Kraft und ist schwerer als ich selbst. Ich kann mich nicht befreien. Nicht einmal bewegen kann ich mich in seiner Umklammerung. Mir geht die Luft aus. Ich empfinde größte Atemnot. Sie wird unerträglich. Es gibt keine Rettung für mich. Ich reiße den Mund auf und weiß in diesem Moment, dass ich jetzt gleich den qualvollen Tod durch Ertrinken sterben werde.
Zu meiner größten Verwunderung aber bemerke ich, dass ich ganz normal atmen kann. Ich kann atmen . Ich kann unter Wasser atmen ! Die Erkenntnis trifft mich wie ein Donnerschlag . Ich muss ja gar nicht sterben, sondern kann solange unter Wasser bleiben, wie ich will, weil ich auch hier ganz normal atmen kann. Hätte mich der kleine Junge nicht unter Wasser gedrückt, hätte ich diese Erfahrung nie gemacht und ewig Angst vor dem Ertrinken gehabt.
Plötzlich fühle ich mich von einem ungeheuren Glücksgefühl durchströmt. Jetzt bemerke ich auch, dass das Wasser völlig klar ist und dass ich auf große Distanzen feinste Details erkennen kann. Ich bin überzeugt, dass mir ab jetzt nichts (Lebensgefährliches) mehr geschehen kann. Mit diesem Gedanken und dem Glücksgefühl erwache ich und bin durch und durch begeistert.
Dieser Traum tauchte in einer mehrjährigen äußerst traumreichen Phase auf, in welcher der Träumer erstmalig ein rückhaltloses, vertrauensvolles Sicheinlassen auf das Unbewusste wagte, nachdem bereits alle versuchten rationalen Methoden ihm nicht aus seinen Konflikten heraus geholfen hatten. Psychoedukativ stützte er sich intensiv auf die Literatur  C.G.Jungs und dessen SchülerInnen. Dennoch - oder deshalb? - plagte ihn die ganze Zeit die Sorge, "psychisch überschwemmt" zu werden, eines Tages zu erwachen  und sich selbst nicht mehr wieder zu erkennen. Zeitweilig war diese Sorge sehr ausgeprägt, was auch nicht ganz unberechtigt war, da sein Denken  und Verhalten temporär psychoseähnlichen Charakter zeigte. Nach diesem Traum aber fühlte er sich diesbezüglich völlig entlastet. Er war überzeugt, dass das kollektive Unbewusste ihm damit sagen wollte:
"Du brauchst Dir keine Sorgen mehr zu machen. Dein Ich kann in mir atmen . Obwohl Du von mir völlig überschwemmt bist, werden Du und Dein Ich dies überleben. Herzlich willkommen im Unbewussten!"
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Sollten auch Ihnen Traumsymbole begegnen oder begegnet sein, die ihnen noch nicht oder wenig bekannt vorkommen - warum sollte man hier nicht gemeinsam darüber diskutieren?
Geändert von Audiens (16.07.2008 um 21:00 Uhr)
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11.03.2009, 00:03
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#2
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Neuer Benutzer
Registriert seit: 09.03.2009
Ort: British Columbia, Canada
Beiträge: 9
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seltene Symbole
dieser Beitrag hat mir sehr gefallen, da ich einen ziemlich aehnlichen Traum erinnere, wo ich unter Wasser "atmen" kann, was einen schoenen Kontakt zum Unbewussten darstellt, denke ich.
Da ich selber mit meinem Mann zusammen viel getaucht habe, ist "DIVING into" ein beliebtes Traumsymbol in meinen Traeumen.
Manchmal bin ich nicht gut genug ausgeruestet, manchmal stimmt was mit dem Regulator nicht, oder ich brauche ueberhaupt keine technische Ausruestung und lebe total unter Wasser!
Im Sinne Dieter Baumann's achte ich sehr auf die winzigen und komischen Details! lieben  Gruss , Angelika
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14.12.2009, 15:54
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#3
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Neuer Benutzer
Registriert seit: 12.10.2009
Ort: Mittelfranken
Beiträge: 18
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Wege, die der Verstand nicht kennt ...
Hallo AdminT4M,
interessant finde ich auch die Szene in der Begegnung mit dem kleinen Junge, der ja auch ein Teil des Traumes bzw. des Unbewussten ist. Das innere Kind als Traumsymbol steht für das Ursprüngliche und weiß halt doch Wege, die der Verstand nicht kennt. Der Erwachsene will immer der klügere bzw. der stärkere sein.
Viele Grüße
Lisa Sophia
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20.12.2009, 12:11
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#4
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kümmert sich um den Betrieb
Administrator
Registriert seit: 04.07.2008
Beiträge: 29
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Ja, hin und wieder stelle ich mir die Frage, ob der sogenannte Verstand, den Erwachsene gern für sich reklamieren, wirklich eine hilfreiche Errungenschaft oder eher ein der ursprünglichen Natur aufgepfropftes Fremdartiges ist.
Gruß Admint4m
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22.03.2010, 17:35
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#5
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Neuer Benutzer
Registriert seit: 03.03.2010
Beiträge: 9
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ich hatte vor einiger zeit ein ganz besonderes traumbild, ich weiss nicht, ob es hier her passt, vielleicht fällt jemandem etwas dazu ein? :
ich bin irgendwo in einem unbestimmten innenraum. da steht ein bett  aus kiefernholz. es ist so hoch, dass es ungefähr die höhe eines tisches hat. am rand des bettes hängt ein weisser vorhang der zugezogen ist. ich weiss, dass unter dem tischbett ein baby  liegt, dass jetzt wiederum ein baby  bekommen wird. ich krabbele unter den tisch, um dem baby  bei der geburt zu helfen, und denke erstaunt, dass ich noch nie von einer geburt geträumt habe.
das ist schon sehr merkwürdig, oder? eine ein bischen sehr überstürzte geburt? ich hatte beim aufwachen das gefühl von einem ganz besonderen, aber auch ein wenig unheimlichen -weil unnormalen- vorgang.
das tischbett habe ich in ähnlicher form  auf bildern von giotto als eine art mischung aus bett  und haus oder eher behausung wiedergefunden.

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23.03.2010, 07:32
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#6
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 25.09.2009
Ort: bei Zürich
Beiträge: 173
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Guten Morgen  Rosmira !
Das ist wirklich ein faszinierender Traum.
Mir fiel auf, dass das Baby  ein Baby  bekommt und dass Du auch noch im Traum denkst, dass Du noch nie von einer Geburt geträumt hast. Ersteres betont die Zwei, welche Bewusstseinsnähe andeutet (wie ja auch bei der Synchronizität, wo 2 Ebenen sich kreuzen). Letzteres zeigt folgerichtig, dass Du sogar im Traum relativ wach bist.
Das Tischbett mutet mich mittelalterlich an und daraus würde ich schliessen, dass in diesem Traum das Kollektive Unbewusste zu Dir gesprochen hat, es äussert sich ja gerne in alten Modalitäten. Der weisse Vorhang soll zeigen, dass es sich um etwas Verborgenes handelt.
Du musst auf die Knie um zu helfen. Ich finde das knapp und genial ausgedrückt!
Dein Gefühl von einem besonderen und etwas unheimlichen Vorgang ist doch sehr angebracht, denke ich. Auch bei einer wirklichen Geburt ist es ja ähnlich.
Da Zeit im Kollektiven Unbewussten keine Rolle spielt, kann diese Traumandeutung morgen  oder erst in 10 jahren Wirklichkeit werden, aber im Verborgenen läuft es schon jetzt an.
Bin sehr gespannt, was den anderen Teilnehmern noch alles zu Deinem sehr schönen Traum einfällt ...
Liebe  Grüsse, Eurydike
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30.03.2010, 11:18
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#7
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Benutzer
Registriert seit: 07.09.2009
Beiträge: 56
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Hallo Rosmira!
Der ungewöhnliche Geburtsvorgang in Deinem Traum erinnert mich an das Motiv des göttlichen Kindes, für das die wundersame Geburt typisch ist.
Kennzeichnende Merkmale des göttlichen Kindes sind:
- verlassen, auch von der Mutter (das Baby liegt ganz allein unter dem Bett )
- bedroht (das Baby hat bis zu Deinem Eingreifen niemanden, der sich um es kümmert)
- paradox, z.B. einerseits ausgeliefert und andererseits mit übernatürlichen Kräften ausgestattet (das Baby ist gerade erst zur Welt gekommen und wird selbst schon Mutter)
- androgyn (dafür finde ich in Deinem Traum kein Anzeichen, doch möglicherweise gebiert das kleine Mädchen ja einen Jungen, womit dann beide Geschlechter vertreten wären)
Eine spezielle Variante des Kindarchetypus ist die Kore, an die man hier auch denken könnte.
„Es ist eine wesentliche Eigentümlichkeit der psychischen Figuren, daß sie doppelt oder wenigstens der Verdoppelung fähig sind … Die der Kore entsprechende Figur bei der Frau ist in der Regel eine Doppelfigur, nämlich eine Mutter und ein Mädchen …“
Quelle: Jung C.G., Kerenyi Karl, Das göttliche Kind, Seite 162
Das ist mir zu Deinem Traum eingefallen.
Liebe Grüße, Koronis
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07.04.2010, 17:54
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#8
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Neuer Benutzer
Registriert seit: 03.03.2010
Beiträge: 9
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vielen dank für eure antworten,
ich fand das sehr schön, was ihr geschrieben habt, fast muss ich ein wenig aufpassen, dass es mir nicht zu kopf steigt.....was mir bei dieser formulierung einfällt: ein baby  ist ja etwas lebendiges, das nicht im "kopf", sondern im "bauch" entsteht.......
ob das baby  weiblich oder männlich war, weiss ich nicht, ich kann mich aber noch ganz deutlich an die käseschmiere erinnern, die ja die babies als erste nahrung  selbst mitbringen.
liebe  grüße, rosmira
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