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18.05.2010, 16:32
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#1
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Eine Große Alte Dame bezieht sich auf C.G.Jung
Dorothea-Sophie Buck-Zerchin hielt 2007 - unter vielen anderen Publikationen bzw. Vorträgen einen Vortrag in Krefeld, wo sie sich auf C.G. Jung beruft:
70 Jahre Zwang in gesprächslosen Psychiatrien – erlebt und miterlebt
Hier - so wie auch in anderen Vorträgen beklagt sie die Sprachlosigkeit in der Psychiatrie, die auch heute von den Betroffenen berichtet wird (sie selbst hat seit 1959 keinen Krankenhausaufenthalt bzw. "Schub" gehabt). Das, was der Mensch ist und was er in der psychotischen Krise erlebt und worüber er dann auch reden möchte, wird von der Psychiatrie nicht ernstgenommen. Erst eine Auseinandersetzung mit den erlebten Inhalten, die nicht ohne mitmenschliche Hilfe möglich werden kann, können die Betroffenen die sie überwältigenden Inhalte bewältigen lernen.
Sie zitiert hier J.G.Jung:
"Schon zu Anfang des 20. Jahrhunderts hatten Tiefenpsychologen wie Sigmund Freud und C.G. Jung erkannt, dass in der Schizophrenie Inhalte des normalerweise Unbewussten ins Bewusstsein einbrechen. In „Symbole der Wandlung - Analyse des Vorspiels zu einer Schizophrenie“ schrieb C.G. Jung 1912:
„Eine konsequente Regression bedeutet eine Rückverbindung mit der Welt der natürlichen Instinkte, welche auch in formaler, d.h. ideeller Hinsicht Urstoff darstellt. Kann dieser vom Bewusstsein aufgefangen werden, so wird er eine Neubelebung und Neuordnung bewirken. Erweist sich das Bewusstsein dagegen als unfähig, die einbrechenden Inhalte des Unbewussten zu assimilieren, so entsteht eine bedrohliche Lage, indem dann die neuen Inhalte ihre ursprüngliche, chaotische und archaische Gestalt beibehalten und damit die Einheit des Bewusstseins sprengen. Die daraus resultierende geistige Störung heißt darum bezeichnenderweise Schizophrenie, d.h. Spaltungsirresein.“ (S. 703/4)"
Sie schreibt im Anschluss an dieses Zitat weiter:
Wie aber sollen die Betroffenen ohne jegliche Hilfe die sie überwältigenden Psychoseinhalte als „aus ihrem eigenen Unbewussten ins Bewusstsein eingebrochen“ erkennen können? "
http://www.mut-zum-anderssein.de/freiraumbuck3.html
(kopiert 18.5.2010 akita) und zahlreiche andere (Amazon, Google-Suche)
Deshalb finde ich auch eine Gesprächstherapie bzw. ein sonstwie erfolgendes menschliches Zugehen, das sich einem C.G. Jung nicht widersprechenden Gedankengut, vor allem dem Zuhören und Ernstnehmen, verpflichtet fühlt, als sehr sehr wichtig als Hilfe für "Psychose- bzw. Psychiatriebetroffene".
LG Akita
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19.05.2010, 08:38
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#2
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Erfahrener Benutzer
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Hallo Akita !
Zuerst möchte ich Dich herzlich begrüssen und freue mich auf "Gespräche" mit Dir.
Da ich eine kranke Tochter hatte (die Aerzte nannten es chronische Schizophrenie), kann ich ein bisschen aus Erfahrung mitreden.
Meine Tochter wünschte keine "Einmischungen" und wollte auch das Buch  von Zerchin (Morgenstern) nicht lesen  . Da kann dann auch ein Fachmann nichts ausrichten.
Um so schöner ist es, von Dir zu hören, dass Du Gespräche über das Erlebte gewünscht hast und offenbar eine geeignete Person gefunden hast, die Dir helfen konnte. Die Form  von Schizophrenie mit Schüben ist ja auch besser behandelbar als die chronische, welche eine schlechtere Prognose hat.
Für mich ist es nach wie vor schleierhaft, den Ursprung der Krankheit zu finden. Kommt sie von den Genen und liegt somit in einer Stoffwechselanomalie, dann müsste man bei Verwandten und in der Ahnenreihe fündig werden, wobei die Diagnose oft nicht gestellt werden konnte und man somit nichts vermutet. Oder kommt die Krankheit aus dem Nichtstofflichen Bereich d.h. durch "falsches Denken  ". Man spricht heute von vererbter Disposition. Wo berührt sich Materie und Geist?
Die grosse alte Dame Zerchin hat Glück gehabt und Du offenbar auch ! Das Wissen über die Symbolik des Unbewussten gehört sicher mit zum Handwerk, um das Unbewusste besser zu verstehen und zu integrieren - und genau das verbreiten wir hier ja auch.
Danke auch für Deine ehrliche Einführung, so kann man viel besser miteinander reden.
Liebe  Grüsse, Eurydike
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19.05.2010, 21:47
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#3
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Neuer Benutzer
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Beiträge: 22
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Liebe  Eurydike,
danke für deine freundliche Begrüßung!
Heute ist es mir schon zu spät, um noch länger auf deinen Forumsbeitrag zu schreiben. Ich möchte das nachholen. Aber ich habe der Geschichte deiner Tochter - soweit sie aufs Erste aus dem Forum zu ersehen war, nachgespürt, und mir erlaubt, schon ein paar Bilder  zu kommentieren.
Schöne Grüße aus Wien
Akita
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20.05.2010, 13:17
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#4
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Neuer Benutzer
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Hallo Eurydike,
> Da ich eine kranke Tochter hatte (die Aerzte nannten es chronische Schizophrenie), kann ich ein bisschen aus Erfahrung mitreden.
Meine Tochter wünschte keine "Einmischungen" und wollte auch das Buch  von Zerchin (Morgenstern) nicht lesen  . Da kann dann auch ein Fachmann nichts ausrichten.
So etwas Ähnliches kenne ich. Einerseits im Verhältnis meiner Mutter zu mir und andererseits in meinem Verhältnis zu meiner älteren Tochter, geb. 1981. Es war nicht einfach. Schwer zu schildern jetzt. Es war sehr schwierig über Jahre jeweils. Die ganze Familie kriselte. Wir versuchten sogar eine Familientherapie, - die kam aber nicht zustande. Aber nun sind wir auf einem Weg der Versöhnung.
>Um so schöner ist es, von Dir zu hören, dass Du Gespräche über das Erlebte gewünscht hast und offenbar eine geeignete Person gefunden hast, die Dir helfen konnte.
Bei mir war der Fall  so gelagert, dass die akuten Krisen nach jeweils einer Art Prodromalstadium heftig ausbrachen. Beim ersten Mal, 1981, suchte ich ganz kurz davor Hilfe beim Wiener Psychiater und Therapeut Erwin Ringel, dessen Buch  "Selbstschädigung durch Neurose" ich einige Zeit vorher gelesen hatte. Ich schrieb ihn an dahingehend, dass es mir schlecht ginge und psychotherapeutische Hilfe suchte. Er rief mich mehrmals zu Hause an, oder ließ mich anrufen, aber da war es schon zu spät. Da war ich entweder schon bei meinen Eltern, wohin ich mich eine Woche nach dem psychotischen "Einbruch" geflüchtet hatte, oder im Krankenhaus. Ringel schrieb mir dann einen Brief  , den ich erst auf der Psychiatrie bekam.
Aussprechen über die Inhalte des psychotischen Einbruchs, der ein Einströmen von v.a. religiösen Bewußtseinsinhalten gewesen war, wollte ich mich sofort. Ich rief drei  Personen um Hilfe an und erzählte ihnen, was ich erlebt hatte und dass ich der Meinung war, dass das göttliche Eingebungen waren. Hilfreich waren die Telefonate nur beschränkt (ich kann das ja bei Interesse ein andermal im Detail schildern). Es scheint mir - im nachhinein gesehen- in meiner Situation auch unmöglich gewesen zu sein, das hier einbrechende Unbewußte in der Akutsituation zu integrieren. Jedenfalls hätte es eines fachmännischen Herangehens bedurft, um mich nicht in eine falsche Richtung zu dirigieren. Aber ich empfand die ersten beiden Telefonate als hilfreich, weil einfühlsam. Das dritte Telefonat - mit einem Geistlichen - war erschreckend. Er meinte nämlich, dass das, was ich berichtete, nicht von Gott käme, sondern vom "Bösen". Da ging es mir gleich noch schlechter.
Hilfreich waren in dieser einen Woche bis zur Spitalsaufnahme in der Psychiatrie des Wiener Allgemeinen Krankenhauses Gespräche mit meiner Tante, die mir geduldig zuhörte und mich zur Entspannung massierte. Ich werde ihr das nie vergessen. Der Rest der Familie war konsterniert/befremdet. Schließlich bestand ich, auf die Psychiatrie gebracht zu werden, wo man mich isolierte und an Infusionen hängte....
Im Spital gab es nur wenig Möglichkeit, menschliche Hilfe und Ansprache zu finden. Eine der von mir in der Ausbruchsphase angerufenen Personen, die Mitautorin eines Meditationsbuches wollte mich besuchen. Ich freute mich irrsinnig, doch sie durfte mir nur die Hand geben und wurde dann vom Personal von mir weggedrängt. "So eine Verrückte" meinte man. Doch mir gab diese auch nur kurze Begegnung Kraft für Tage, in meiner Isolation. Verständnis zeigte auch mein damaliger Mann - es gibt darüber ein Interview mit mir in einem Film zum Thema, in dem
ich für ein paar  Minuten auch vorkam. Auch ein Pfleger war sehr nett. Wir nannten ihn den "Erzengel Michael". Der Rest, inkl. Ärzte, zum Vergessen.. Am ehesten noch der Stationsvorstand, der der mich hauptbetreuenden Jungärztin, die sich vor mir fürchtete, meine Symptome erklärte. Auch MitpatientInnen waren teilweise hilfreich. Aus der Zeit, als es mir - unter Zuhilfenahme des Neuroleptikums "Leponex" schon besser ging, sind mir auch einige humoristische Begebenheiten mit Mitpatienten in Erinnerung. Geholfen haben mir selbstaffirmative, wiederholende Gedanken, die mich beruhigt haben.
Auch in der an den Spitalsaufenthalt anschließenden Psychotherapie  konnte ich "psychotische" Bewußtseinsinhalte nicht zur Sprache bringen. Meine adlerianische Therapeutin lenkte mich davon ab. Wir analysierten Träume und besprachen, wie meine Woche gewesen war, wie der Schlaf.
Erst 1993 bestand ich darauf, meine Tiefen zu erforschen - was mich prompt in die zweite "Krise" brachte. Anschließend dann verständnisvolle Gespräche mit einem Jungpsychiater und einem Freund, sowie einem weitern Psychiater sowie insgesamt schwierige Zeiten. Sehr viel hat mir Lektüre sowie die Gründung einer Selbshilfegruppe für "Psychiatriebetroffene" geholfen, mit vielen Gesprächen mit PsychiatriepatientInnen, meist mit "Erkrankungen" aus dem schizophrenen Formenkreis.
Heute, viele Jahre später, habe ich meine Krisen immer noch nicht wirklich verstanden, habe aber ein bißchen von John Weir Perry gelesen und mich in einer Skizze bzw. Schilderung des von ihm an 12 Patienten beobachteten psychotischen Geschehens wiedererkannt. Jetzt überlege ich ein neuerliches Engagement im Psychiatriebereich, das in den vergangenen Jahren - v.a. aus finanziellen Gründen - schon sehr eingeschlafen ist.
Ich habe mit vielen Menschen  gesprochen, die mir weitergeholfen haben.
>Die Form  von Schizophrenie mit Schüben ist ja auch besser behandelbar als die chronische, welche eine schlechtere Prognose hat.
Richtig, und das war auch schon vor der Einführung der Neuroleptika so.
Vielfach geht die Krise auch wieder vorbei bzw. bildet sich zurück. Ich habe gelesen (wo?) , dass vor allem die affektiven Psychosen mit Gemütsschwankungen bessere Prognosen haben als die sich schleichend entwickelnde Erkrankung.
>Für mich ist es nach wie vor schleierhaft, den Ursprung der Krankheit zu finden. Kommt sie von den Genen und liegt somit in einer Stoffwechselanomalie, dann müsste man bei Verwandten und in der Ahnenreihe fündig werden, wobei die Diagnose oft nicht gestellt werden konnte und man somit nichts vermutet. Oder kommt die Krankheit aus dem Nichtstofflichen Bereich d.h. durch "falsches Denken  ". Man spricht heute von vererbter Disposition. Wo berührt sich Materie und Geist?
Meinem Gefühl nach spielt der nichtstoffliche Bereich immer eine Rolle. Aber woher kommt dieser? Keineswegs scheint mir gesagt, dass er (nur) aus den Genen kommt oder sich in den Genen widerspiegelt, oder aus vor- oder zwischengeburtlichen, oder nachgeburtlichen Traumata resultiert, oder aus dem Transpersonalem, dem kollektiven Unbewußten..
"Vom Geiste gehen die Dinge aus" heißt es in einer buddhistischen Weisheit..
Mag ja schon eine vererbte Disposition da sein, aber das Bewußtsein, das in diesem Körper groß wird und nicht identisch oder direkt geboren aus den Genen ist, interferiert höchstens mit dem Stofflichen, wird beeinflußt, wird vielleicht in eine bestimmte Hülle hineingeboren, die dann auch das Bewußtsein beeinflußt, belastet.
Meine große Tochter war arm  , weil sie in der Schule von der Botanikprofessorin, die auch zugleich Schulpsychologin war, vor der ganzen Klasse hat anhören müssen, dass sie besonders drogengefährdet sei, mit ihrer Mutter.. Unsere ganze Familie ist meines Wissens bis jetzt drogenabstinent..
>Die grosse alte Dame Zerchin hat Glück gehabt und Du offenbar auch !
Sicher, es hat sich das Leben  gut gefügt!
>Das Wissen über die Symbolik des Unbewussten gehört sicher mit zum Handwerk, um das Unbewusste besser zu verstehen und zu integrieren - und genau das verbreiten wir hier ja auch.
Ja, und deshalb interessiere ich mich auch für die jungianische Richtung. Eine biologistische Sichtweise hilft nur beschränkt weiter.
Sicher ist es fein, wenn man jetzt - ziemlich gesichert - durch Studien herausgefunden hat, dass junge Menschen  , die bereits ein Prodromalsyndrom zeigen, durch die Einnahme von Fisch  öl-Kapseln in vielen Fällen den Ausbruch einer schizophrenen Psychose vermeiden oder verzögern können, aber es ist nicht die ganze Wahrheit.
Bezüglich Verständnis meiner selbst bin ich nicht so anspruchsvoll wie Dorothea Buck, die sich sichtlich mehr mit ihren Psychosen auseinandergesetzt hat. Mich hat schon der positive Ausgang der Krise und die Perry`sche Übersicht in seinem Buch  "The Far Side of Madness" befriedigt. Es ist vielleicht so wie bei einer Geburt: Wenn sie gut vorbei ist und das Kind da, dann ist es nicht mehr so notwendig, die einzelnen Geburtsstadien und das emotionelle Erleben während der Geburt zu analysieren, - für die Betroffene. Anders ist es mit den geburtshilflichen Fachleuten, den Hebammen.. die darüber mehr wissen sollten.
Liebe  Grüße,
Akita
Geändert von Akita (20.05.2010 um 13:26 Uhr)
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21.05.2010, 13:42
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#5
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Akita,
danke für Deinen langen Bericht.
Aehnliches habe ich mit meiner Tochter erfahren, d.h. man geht nicht auf die Inhalte der Psychose ein. Leponex hat sehr geholfen, vorausgesetzt, man bleibt dabei und setzt es nicht plötzlich wieder ab, was offenbar passiert, weil der Patient sich wieder gesund fühlt. Ob das allerdings der richtige Weg ist, weiss ich nicht. - Du hast gesunde Intervalle und kannst über alles Erlebte nachdenken. Wenn ich Dich richtig verstehe, hast Du es aber bis heute nicht verstanden. Meine Tochter hatte diese Möglichkeit des Unterbruchs nicht und ging nur zu einem Jung Analytiker,weil sie ein "Attest" brauchte (sie war scheinschwanger, was der Analytiker in so kurzer Zeit nicht merkte). Was will ich sagen? Es ist nicht leicht,
die Krankheit allein durch Verstehen des Unbewussten loszuwerden - zumindest nicht, wenn man im Schub ist.
Meine Tochter hätte die besten Voraussetzungen gehabt, aber sie wollte sie nicht. Wenn es stimmt, dass man in der Schizophrenie bei vollem Bewusstsein träumt, frage ich mich, ob da nicht doch ein "Schalter" quer steht. Andere Frage ist, ob durch Liebeskummer der Wunsch geweckt wird, lieber zu träumen als die traurige Realität durchzustehen (den Schalter querstellen). Das führt mich zu der sehr modernen Ansicht, dass man die Gene selber beeinflussen kann. Diese Wissenschaft nennt sich Epigenetik (Die neue Medizin des Bewusstseins von Dawson Church, VAK Verlag). Kommt mir aber auch sehr schwierig vor.
So viel für heute. Wünsche Dir eine gute Zeit !
Eurydike
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22.05.2010, 10:51
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#6
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[QUOTE=eurydike;675]
Aehnliches habe ich mit meiner Tochter erfahren, d.h. man geht nicht auf die Inhalte der Psychose ein.
..was für Betroffene und Angehörige überhaupt nicht verständlich sein kann. Meine Eltern brachten 1981 meine Aufzeichnungen, die ich in den Tagen vor dem Ausbruch und unmittelbar nach dem Ausbruch der Krise gemacht hatten, auf die Psychiatrie und zeigten es den Ärzten. Die taten es als unwichtig ab. In der Erinnerung an diese Tage ist mir auch die Erinnerung an einen Teil dieser Aufzeichnungen (ich finde sie nicht, habe sie hoffentlich noch) wertvoll geworden. Einzelnes, wie es sich entwickelt hat, läßt sich für mich daraus ersehen. Zum Beispiel wurden die Sätze, die ich schrieb, im Lauf weniger Tage immer zerhackter, zu immer kürzeren Satz-Bruchteilen. Nach dem psychotischen Einbruch erlebte ich einmal - der Notarzt hatte mir eine Valiumspritze gegeben, und so war ich ruhiger - wie sämtliche Gedanken weggewischt waren und "ich bin" übrig blieb. Geholfen hat mir ein Kurs in autogenem Training/Unterstufe, den ich einige Zeit vor der Psychose besucht hatte.
Es haben mir die Zeiten, in denen ich keine manifeste "Krise" hatte, sehr geholfen, und zwar die Zeit, in der ich den Ausbruch der ersten verzögern konnte, und die Zeit zwischen der ersten und zweiten, 12 Jahre späteren Krise. Vermutlich wäre die zweite Krise nicht so gut verlaufen, hätte ich diese Zeit - der Therapie, des Studierens und Arbeitens, auch einer Selbsthilfegruppe für "Frauen, die zu sehr lieben  ", nicht gehabt.
> Leponex hat sehr geholfen, vorausgesetzt, man bleibt dabei und setzt es nicht plötzlich wieder ab, was offenbar passiert, weil der Patient sich wieder gesund fühlt. Ob das allerdings der richtige Weg ist, weiss ich nicht.
Dieses plötzliche Absetzen ist mir im Selbsthilfebereich unter Psychiatriepatienten öfter begegnet. Schon das rasche Weglassen der Neuroleptika- Medikation von einem Tag auf den anderen kann gefährlich sein, weil sich der Gehirnstoffwechsel schon daran gewöhnt hat. Es können sich schon wegen des Absetzens psychotische Symptome einstellen, - nach einigen Tagen oder Wochen. Aber ich stelle mir vor, dass es nach einer akuten Krise dann doch einiger Zeit der Einnahme des Medikaments bedarf, um den Erfolg zu festigen. Wie das bei chronischen Verläufen ist, weiß ich nicht. Wahrscheinlich ist da noch einmal etwas schwieriger. Bei mir wurde das Leponex 1981/82 dann langsam über ca. 8 Monate  abgebaut, und ich kam nachher nicht wieder in eine Krise. Im nachhinein rekonstruiere ich, dass ich in dieser Zeit - bis zur zweiten Krise 1993/94 im Vergleich zur Zeit nach der zweiten Krise ängstlich und labil war, und der ständigen stützenden Psychotherapie  bedurfte, um mit den Aufgaben "Studium, Kindererziehung, Arbeit  " zurechtzukommen. War mir alles zuviel, dann reduzierte ich - begleitet von der Psychotherapeutin - die Arbeitsbelastung. Hatte ich dann zuwenig Geld, ging ich wieder länger arbeiten  für eine Zeit bei einem anderen Arbeitgeber..
Nach der zweiten Krise, die für mich "gut" endete, war diese Ängstlichkeit und Labilität nicht mehr da, eher eine gesteigerte Sensibilität, in der ich die energetische Ausstrahlung mancher anderer Menschen  spürte.
Medikamente wurden, wie ich hörte, von Betroffenen aus verschiedenen Gründen plötzlich abgesetzt: Die ersten Tage ohne die (idR mehreren) Psychopharmaka angenehm sein; Die körperlich gespürten Nebenwirkungen fallen  weg, zB Impotenz oder Verlust von Kreativität und Schaffenskraft.
Das Buch  von Peter Lehmann (Hrsg) Psychopharma absetzen zeigt Berichte erfolgreichen Absetzens. Wieder in einem selbst nicht zu bewältigendem Krankheitsbild landen ist für mich nicht erfolgreiches Absetzen gewesen.
- Du hast gesunde Intervalle und kannst über alles Erlebte nachdenken.
Zeit hilft jedenfalls, Erlebtes zu verarbeiten. In der Zeit von 1982 - 1993 zwischen den Krisen habe ich mich vor allem bemüht, mit meinen traumatisierenden Erlebnissen in der Psychiatrie zurechtzukommen. Die Zeit allein heilt hier manches. Die Psychiatrie erschien mir als dunkler, gewalttätiger Ort menschlicher Schwächen (des Personals).
Einmal kam ich in ein Kino, wo offenbar dassselbe Reinigungsmittel benützt wurde wie in der Psychiatrie. Es wurde mir schlecht, die ganze Angst  - und Ohnmachtssituation stieg wieder in mir auf..
Einmal besuchte ich eine Freundin, die ich vom ersten Aufenthalt kannte und die wieder aufgenommen worden war, im Spital. Unmittelbar vor oder nach dem Besuch kam ich ans Bett  einer frisch eingelieferten Patientin. Sie schrie: "Hilfe, Hilfe, Wasser, Wasser, ich habe Durst  !" Die Frau war ans Bett  gefesselt. Ich ging zu ihr hin und sprach sie an. Sie war ansprechbar und flehte um Wasser, weil sie Durst  hätte. Ich sprach ihr grundsätzlichen Mut dahingehend zu, dass es ihr einmal wieder gut gehen würde. Da kamen die Pflegerinnen dazu, die sichtlich vorgeprägt-gereizt waren und auf die Frau einschimpften. Sie gaben ihr kein Wasser und transportierten sie in einen Waschraum, wo sie weiter auf sie einredeten und ihr wieder nichts zu trinken gaben.. Ich folgte dann der Szene nicht weiter, weil es sinnlos war, und versuchte, einen Arzt  zu erreichen, was mir nicht gelang.. Solche Szenen waren für mich prägend, ich war selbst sehr aufgewühlt. Diese Verletzlichkeit wurde aber mit der Zeit weniger.
Ein wichtiger Punkt meiner Bewältigungsversuche war die Frage eines Rückfalls und was diesfalls aus mir werden würde. Da hörte ich, dass die Persönlichkeit sich auflösen könne. Doch das stand im Gegensatz zu meiner Erfahrung (wie oben  geschildert), dass es eine Art unauflöslichen Ichs mit Festigkeit gibt, das noch da ist,wenn alles andere flieht, zB eben die geordneten Gedanken. Diese Sicherheit bewog mich 1993 ein Wiederaufflammen der Psychose nicht wirklich zu fürchten. Ich strebte das nicht an, es passierte trotz einiger Vorbeugung, aber ich hätte es wohl verhindern können, wenn ich das wirklich fest hätte wollen.
Das ist ein Punkt, der mir öfter in den Kopf kam: Dass viele Betroffene gar nicht wirklich "vernünftig und normal" bleiben wollen, weil sie keine Angst  vor dem psychotischen Zustand haben oder zumindest eine starke unbewußte Tendenz, sich wieder in einen solchen Zustand fallen  zu lassen, und dass sie dehalb die Psychopharmaka, v.a. Neuroleptika, wegwerfen. Ich habe zahlreiche PatientInnen getroffen, die dankbare Nutzerinnen von Antidepressiva waren und aus Erfahrung zu wissen glaubten, dass sie ohne diese nicht auskommen würden. Bei Antidepressiva habe ich nie eine solche Unzufriedenheit mit der Medikation erlebt wie bei vielen unter Neuroleptika.
Auch Dorothea-Sophie Buck-Zerchin erzählt ja, dass sie in ihrer fünften psychotischen Krise Neuroleptika bekam und im geheimen ausspuckte. Sie hat - wie auch aus ihrer Rede zu entnehmen ist - wohl den Wunsch gehabt, die Vorgänge ihrer Psyche durchleben zu wollen und so mit ihnen klarzukommen. So etwas habe ich nicht gehabt. Ich war - bei meinen akuten Krisen - eigentlich immer in Angst  , die so erlebten Auslöser der Krise würden gleich wieder kommen. Deshalb hätte ich es in der akuten Krise nicht gewagt, Medikamente nicht zu nehmen.
> Wenn ich Dich richtig verstehe, hast Du es aber bis heute nicht verstanden.
Ja, richtig. Ich habe einiges in den "Psychosen" erlebt und durchlebt, weiß aber nicht aus eigener Erfahrung, warum das so war. ZB. erlebte ich mich anfangs der ersten Krise in einer Weltuntergangssituation. Ein Siegel des "Buchs mit den sieben Siegeln" nach dem anderen wurde geöffnet, die Situation wurde immer schlimmer, und nur ich war es, der das bewußt war. Die Welt war akut vom Weltuntergang bedroht. Schließlich wandte ich mich mit der Bitte an die Psychiater, die mich in der Aufnahme empfingen, mit der Bitte, mir zu helfen, die Welt vor dem Untergang zu befreien. Sie versprachen es, doch wurde ich - für mich eigenartiger Weise - bloß an eine Infusion gehängt und allein im Zimmer gelassen, und es fand keine diesbezügliche Kommunikation mehr statt..
Was soll hier zu verstehen sein? Warum habe ich das gehabt? Es war eine Art umfassender Todesangst. Um diesen Weltuntergang zu verhindern, war nur ich da, die allein sich dessen bewußt war. Ich fühlte mich in der ganzen Situation einerseits verdammt, als Hexe, andererseits als die "Oberretterin" der Welt. Dann: Mein Kind (es war damals 5 Monate alt  ) - war zum Retter der Welt bestimmt. Ich ging durch die Straßen und wußte, dass ich neu geboren werden könnte und mir wünschen könnte, wahlweise in einem der umliegenden Häuser aufzuwachsen. Ich lag fixiert auf der Psychiatrie und war in der Situation des Richters in "Der Richter und sein Henker" von Dürrenmatt, und das Klirren der medizinischen Bestecke im Nebenraum war die Vorbereitung meiner Zerstückelung, ich war dem KZ- Arzt  ausgeliefert.
Bis heute weiß ich nicht, warum das und weiteres mehr in mir ablief. Die schlimme Krise wurde schließlich mit Haldol abgebremst. Mit Leponex wurde ich schließlich herausgeholt, es blieb aber eine diesbezügliche Labilität. Die zweite Krise schließlich, wieder in der Stillzeit nach der Geburt eines Kindes - begann - nach einer Prodromalphase - mit einer Nahtodeserfahrung, jedenfalls so etwas in der Richtung: Ich wurde im Aufwachen durch einen ganz kurzen Tunnel, der sich gerade weitete, in ein unermeßliches Licht gestoßen, erschrak zu Tode, sagte: Nein, noch nicht! und zippte mit meiner Hand schnell den Tunnel - wie den Reißverschluss eines Zeltes - vor meinen Augen zu und sprang aus dem Bett  . Dieses Erlebnis wollte ich nicht wieder haben und fürchtete, es nicht zu überleben. Es war mir klar, wie brüchig doch unsere im Alltag erlebte Wirklichkeit ist, und wieviel mich von diesem Lichtmeer, das ich nach der Lektüre des Tibetanischen Totenbuch als "Licht des ersten Bardo" bezeichnen würde, trennt. Geprägt von diesem Erlebnis, beschloß ich, - es war Wochenende, zum nächstmöglichen Termin Hilfe zu suchen. Zunächst ging es zum Psychiater, dann ging ich ins Krankenhaus, wobei ich erst im zweiten Spital aufgenommen wurde, weil im Allgemeinen Krankenhaus kein Bett  frei war.. Zu diesem Zeitpunkt war es schon zu einer partiellen Überschwemmung meines Bewußtseins mit wahnhaften Gedankeninhalten gekommen, die nach einer Woche Aufenthalt und ergebnislosen Versuchen mit Cisordinol - mit Leponex weggingen.
Eine Art von "Integration" der neuen Erlebnisinhalte - es waren bei mir wohl Psychosen mit "produktiver Symptomatik" gelang einerseits durch "positive" Erlebnisinhalte während der zweiten Krise und im Anschluß daran bei einem jeweils leichten Aufflackern derselben, andererseits durch die Begegnung mit den Gedanken John Weir Perrys. Er es fiel ihm- als zuhörender Psychiater in einer Psychiatrie - auf, dass die Schizophreniepatienten immer von den gleichen Themen erzählten, und fertigte ein Übersichtsschema an mit zwei formalen und 10 inhaltlichen "Themen" und kreuzelte an, wo ein Patient das betreffende Kriterium erfüllte, also es aus seinen Erzählungen hervorging. In der Waagrechte die begleiteten/beobachteten Patienten 1 bis 12 und in der Senkrechte zuerst zwei formale Kriterien:
Self-images; Dram or Ritual
Danach 10 inhaltliche Kriterien von A - J
A. Center
B. Death
C. Return to Beginning
D. Cosmic Conflict
E. Threat of Opposite
F. Apotheosis
G. Sacred Marriage
H. New Birth
I. New Society
J. Quadrated World
(Aus: J.W.Perry, The Far Side of Madness S. 32)
Neun von den 12 Personen zeigte alle dieser Elemente.
1996, als ich dieses Buch  in die Hand bekam, hatte ich sofort die Assoziation  , dass ich "das auch gehabt" hätte, nämlich eine Erlebnissequenz mit diesen Elementen
Perry fand diese Elemente zu einem archaischen zeremonialen Muster aus einer Zeit, in der es ein "Sakrales Königtum" ("sacral kingship") gab, gehörig, und dass die psychotische Regression in vielen Fällen (ich glaube, gelesen zu haben, in 60 % der akut mit Schizophrenie diagnostizierten Fällen) nach diesem Muster verläuft. Er eröffnete eine alternative, jahrelang vom kalifornischen Staat geförderte Kriseneinrichtung "Diabasis", wo er mit vielen Mitarbeitern, die aber durchaus "ungeschult-offen- unvoreingenommen" waren, viele junge Krisenbetroffene in einigen Wochen ohne Medikamente durchbegleitete, mit sehr großer Erfolgsquote (ich habe gelesen : 91 %) Sorry, ich weiß die Belegstelle nicht mehr.
Ich verstehe nicht, warum ich die einzelnen Dinge erlebt habe bzw. mein Erleben nach ihnen gefärbt war, aber ich freue mich, dass der Prozess sozusagen von einem Fachmann "anerkannt" ist. Das ist für mich besser, als allein mit meinem Erleben in der Welt zu stehen.
In meiner Selbsthilfezeit habe ich andere Betroffene darauf angesprochen
und zahlreiche haben gesagt: "Ja, das habe ich auch gehabt."
Leider ist es heute meistens so, dass die Erlebnisinhalte nicht ausreichend durchlebt werden können, weil sie mit Psychopharmaka abgebrochen statt mit Zuhören und weniger Psychopharmaka behandelt werden. So - in der Unvollendetheit des Prozesses - läßt sich vielleicht auch ein Teil der Behandlungsabbrüche bei Patienten erklären, die eine unbewußte Tendenz zeigen, das Innere zu einem guten Ende  bringen zu wollen, eine "Neukonstitution des Selbst (oder Ichs?).
> Meine Tochter hatte diese Möglichkeit des Unterbruchs nicht
Leider, und bei ihr begann die Krankheit ja auch schon in der Pubertät und nicht wie bei mir mit 24!
> und ging nur zu einem Jung Analytiker,weil sie ein "Attest" brauchte (sie war scheinschwanger, was der Analytiker in so kurzer Zeit nicht merkte). Was will ich sagen? Es ist nicht leicht, die Krankheit allein durch Verstehen des Unbewussten loszuwerden - zumindest nicht, wenn man im Schub ist.
Ich glaube nicht, dass es in einer ganz akuten Phase möglich ist. Es spielt wohl vieles zusammen bei Krankheit wie auch Heilung. Das Verstehen, das Dorothea Buck so betont, wird ihr Fall  gewesen sein, wird vielleicht umso zentraler, je mehr fruchtbare Zeit für einen Auseinandersetzungsprozess vorhanden ist, bzw. wo es Pausen gibt, wie auch bei ihr, und vielleicht nicht so schnelle, kurze und heftige Vorgänge wie bei mir.
Fortsetzung folgt.
Margarete
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22.05.2010, 12:08
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#7
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Neuer Benutzer
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Hallo Eurydike,
>Meine Tochter hätte die besten Voraussetzungen gehabt, aber sie wollte sie nicht.
Ist sie i h r e n Weg gegangen, der für sie - aus ihrer Sicht - wertvoller war als alles, was ihr geboten wurde, oder hat sie vielleicht nur den Zugang zu einem Weiterkommen/Herauskommen sich helfen lassen, nicht gefunden, ging es ihr vielleicht zeitweise so schlecht, dass sie nur "Tagespolitik" betreiben konnte? (Wie du schon andeutetest).
> Wenn es stimmt, dass man in der Schizophrenie bei vollem Bewusstsein träumt,
Traum ist Traum und psychotischer Zustand ist imho etwas anderes und "etwas anders". Es ist ein Wachzustand, auf den unbewußte Inhalte Einfluß nehmen, sodass die Welt anders gedeutet wird (ich erhebe da keinen Anspruch auf Allgemeingeltung). Ähnlichkeiten mit dem Traum dürfte ein solcher Zustand schon haben. Ich glaube, es kann auch dazugehören, verschiedene körperliche Empfindungen zu haben und die sind jedenfalls beim Traum nicht so ausgeprägt.
>frage ich mich, ob da nicht doch ein "Schalter" quer steht.
Könnte jedenfalls sein, aber wie ist es zu dieser Querstellung dann gekommen?
> Andere Frage ist, ob durch Liebeskummer der Wunsch geweckt wird, lieber zu träumen als die traurige Realität durchzustehen (den Schalter querstellen).
Da kann ich mir vorstellen, dass die Liebesbeziehung innerlich ausgiebig geträumt wird und damit ein inneres Hochgefühl produziert und möglichst lang aufrecht erhalten wird. Hier ist man von der traurigen Realität weit entfernt..
>Das führt mich zu der sehr modernen Ansicht, dass man die Gene selber beeinflussen kann. Diese Wissenschaft nennt sich Epigenetik (Die neue Medizin des Bewusstseins von Dawson Church, VAK Verlag). Kommt mir aber auch sehr schwierig vor.
Ja, finde ich auch. Danke für den Hinweis, ich habe schon die Kurzrezensionen bei amazon.de gelesen, und die - bezüglich Vererbbarkeit der epigenetischen Prägungen vorsichtige - Beschreibung bei Wikipedia (teilweise, die genetischen Ausführungen sind doch kompliziert.)
Einen guten Tag wünschend
Akita
P.S. Ich gehe jetzt zu der Firmung meiner jüngeren Tochter, werde erstmals seit 16 Jahren die Schwester meines Ex-freundes, ihres Vaters, sehen, da die Familie sich nach der Trennung nicht mehr begegnet ist. akita
Geändert von Akita (22.05.2010 um 12:13 Uhr)
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22.05.2010, 13:33
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#8
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Hallo Akita !
Danke für Deinen ausführlichen Bericht. Auf alles kann ich im Moment nicht eingehen, aber auf Einiges:
Weltuntergangsängste und ebensolche Träume (bei meiner Tochter z.B.) kommen öfter vor - ich selbst hatte kürzlich auch so einen Traum, bin aber nicht krank, hoffe ich, höchstens sind es bei mir viewlleicht alterbedingte Aenderungen im Stoffwechsel. Da das Unbewusste meist in Symbolen spricht, will das Symbol "Weltuntergang" nicht unbedingt wörtlich genommen werden. Es könnte bedeuten, dass etwas Inneres kaputt geht, wobei das Innere irgendwelche Stoffwechselabläufe (Hormone z.B.) sein könnten oder aber eine veraltete Lebensansicht, oder aber Beides.
Zum Tunneltraum: Dieses Symbol wird wirklich oft in Verbindung mit dem Uebergang ins Jenseits gebracht.
In der Nacht  , als meine Tochter starb (ich hatte keine Ahnung davon), träumte ich von einer Stimme, die sagte, dass meine Tochter unter Wasser sei. Ich sah dann einen Brunnen  vor mir und rannte hin und schaute hinein (es war kein Wasser drin) und sah einen dunklen Tunnel und an dessen Ende  ein weisses Licht, welches schnell aus meinem Blickfeld verschwand.
Der Kindertraum meiner Tochter: ein gewaltiger Lichtstrahl drohte ihr sehr eindringlich und sie wachte schreiend auf und war kaum zu beruhigen (war es das Kollektive Unbewusste, welches alles weiss - Buch  mit den 7 Siegeln?). Oder: die Männer guckten ihr nach, aber sie wollte keine Frau werden (sie wollte alles selbst bestimmen).
Was machst Du, wenn ein Patient alles kurz und klein schlägt? Ich denke, Beruhigung mit Medikamenten ist erst mal ein Segen. Nachher sollte man sprechen, da gebe ich Dir Recht, Wissen um Symbole ist notwendig!!
Du fragst, ob meine Tochter ihren Weg gegangen ist. Ja, das ist sie. Sie war schon als Kind sehr eigensinnig und ist es dann auch geblieben. Das ist für die Mutter oft sehr schwer.
Liebe  Grüsse von Eurydike
Geändert von eurydike (22.05.2010 um 16:36 Uhr)
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23.05.2010, 12:03
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#9
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[QUOTE=eurydike;680]
Da das Unbewusste meist in Symbolen spricht, will das Symbol "Weltuntergang" nicht unbedingt wörtlich genommen werden. Es könnte bedeuten, dass etwas Inneres kaputt geht, wobei das Innere irgendwelche Stoffwechselabläufe (Hormone z.B.) sein könnten oder aber eine veraltete Lebensansicht, oder aber Beides.
Zumindest hatte ich eine große Angst  , dass die von mir als Welt wahrgenommene "Welt" untergehen würde, und wertete als Vorzeichen die Eröffnung der Sieben Siegel. Je mehr Siegel geöffnet,desto näher der Weltuntergang. Da ich aber um diese Welt besorgt war und niemand anderer dafür da, sah ich mich in der Rolle als (einzige) Erretterin.
Ich sperrte mich gegen das offensichtlich Gottgewollte, das mir schrecklich erschien. Diese apokalyptische Szenerie, u.a. hungernde Kinder, die um Hilfe riefen und keine bekamen, war für mich einerseits Zeichen einer unerbittlichen, unveränderlichen Allmacht (Gottes) über die Welt, andererseits meines Gefühls von schierer Ohnmacht demgegenüber, der verzweifelten Suche nach einem rettenden Weg..
Ein Unterschied zwischen Traum und Wahn besteht imho darin, dass letzterer nicht mit einem Aufwachen vergeht, sondern gerade im Wachzustand erlebt wird, und sich zu den Menschen  der Umwelt in Gegensatz stellt, sich in den Gesprächen in gegenseitiger Anfremdung resultiert.
C.G.Jung schreibt in seiner "Antwort auf Hiob" (dtv Taschenbuchausgabe, S.82 ): "Das sechste Siegel bringt eine kosmische Katastrophe, und alles verbirgt sich "vor dem Zorn des Lammes. Denn gekommen ist der große Tag seines Zorns..."Man erkennt das sanfte Lamm  , das sich ohne Widerstand zur Schlachtbank führen läßg, nicht wieder, wohl aber den streit- und reizbaren Widder, dessen Wut nun endlich loslegen kann. Ich sehe darin weniger ein metaphysisches Geheimnis, als zunächst einmal den Ausbruch längst aufgestauter negagiver Gefühle, die man bei Vollkommen-sein-Wollenden häufig beobachtet."
Da waren bei mir wohl auch aufgestaute Emotionen im Spiel, die auf diese Weise - als Apokalypse  - aufbrachen und sich gegen mich stellten bzw. ich mich gegen sie. Aufgrund meiner katholischen Erziehung hatte ich Aggressionen verdrängt. Das hatte mir schon eine Psychologin nach einem Rohrschach-Test sieben sieben Jahre vor Ausbruch der ersten Psychose gesagt, dass da Aggressionen wären, die ich nicht bewältigen könnte, und dass ich deshalb große Gefahr laufe, psychisch zu erkranken. Schließlich "erkrankte" ich, zB eben am Weltuntergangswahn, was ich jetzt als Heilungsversuch meiner Psyche sehe, solche Aggressionen doch zu besiegen.
Es war jetzt erleichternd, bei Jung (w.o.) zu lesen  , dass es eine "dunkle Seite Gottes", zumindest in manchen Schriften der Bibel  , gibt, die mit der menschlichen Psyche zusammenhängen. (Hab ich das richtig verstanden?)
>Zum Tunneltraum: Dieses Symbol wird wirklich oft in Verbindung mit dem Uebergang ins Jenseits gebracht.
Ich glaube, ich hatte so etwas auch einmal, aber der Tunnel nahm kein Ende  , da war kein Licht.
>In der Nacht  , als meine Tochter starb (ich hatte keine Ahnung davon), träumte ich von einer Stimme, die sagte, dass meine Tochter unter Wasser sei. Ich sah dann einen Brunnen  vor mir und rannte hin und schaute hinein (es war kein Wasser drin) und sah einen dunklen Tunnel und an dessen Ende  ein weisses Licht, welches schnell aus meinem Blickfeld verschwand.
.. Sicherlich Übergang ins Jenseits symbolisierend, aber: war da in deinem Traum nicht eine "echte" Nahtodeserfahrung, als Anteilnahme am Sterben deiner Tochter? Das gleißende Lichtmeer, in das ich am Anfang  der zweiten Krise durch einen Minitunnel gestoßen wurde, war kein Traum, es fand unmittelbar im Anschluss an den Schlaf statt, aber ich war wach. Ich "sah" es mit dem ganzen Körper, würde es als Nahtodeserfahrung (bei Stanislav Grof als eine Form  der spirituellen Krise) bezeichnen. Durchaus auch als Symbol des Übergangs, danke für den Hinweis.
Einen schönen Pfingstsonntag wünschend
Liebe  Grüße,
Akita
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24.05.2010, 19:29
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#10
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 25.09.2009
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Beiträge: 173
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Hallo Akita !
Es ist schwer, auf alles zu antworten, möchte aber noch auf Weniges eingehen.
Du fragst, warum Du das alles erlebt hast. Wenn es ein Stoffwechselfehler ist, ist das der Grund. (Man hat Patienten LSD gegeben und sie zeichnen  lassen und kann gut verfolgen, wie die Emotionalität zunimmt und das Zeichnenkönnen abnimmt - vgl. Deine zerhackten Sätze).
Wenn Du fragst, wozu habe ich das erlebt, könnte es ja sein, dass Du die symbolische Sprache verstehen lernen sollst (also das Unbewusste verstehen) und somit weniger Angst  entwickelst.
Das Buch  der 7 Siegel hat Dir besonders Angst  gemacht.
Jetzt, wo Du nicht im Schub bist, könntest Du ja mal aktive Imagination machen und es öffnen und sehen, was passiert. Im Traum soll man ja auch nicht weglaufen, sondern sich der Gefahr stellen. Meist ist sie dann sogar ein "Freund".
Dein Kind soll Retter der Welt sein d.h. symbolisch, dass Deine neue Seite (meist im Gegensatz zum alten Muster)
Deine Welt d.h. Deine Möglichkeiten rettet, Dir zu einem besseren Leben  verhilft.
Ich hatte eine Kollegin im Jung Institut, eine Aerztin, die sehr traurig darüber war, dass sie offenbar nicht symbolisch denken  konnte. Dieses Manko will beseitigt werden.
Das Kollektive Unbewusste (das Lichtmeer) verbindet uns alle miteinander - es ist vielleicht wie die Wurzeln unter der Erde  . Wir sehen dort nicht so scharf wie im Bewusstsein, dafür aber mehr in die Breite und in die Tiefe. Wir brauchen auch Stamm und Krone, wenn wir beim Baumsymbol bleiben -, aber ohne den Wurzelbereich kippen wir um. Warum haben wir soviel Angst  vor diesem Bereich? Sicher, ohne Stamm und Krone sind wir niemand - wir brauchen beides. Das Bewusstsein hilft, das Unbewusste zu verstehen und das Unbewusste hilft dem Bewussten, nicht in die falsche Richtung zu rennen.
Ich hoffe, Du hattest schöne Pfingsten  ,
herzliche Grüsse, Eurydike
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25.05.2010, 15:21
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#11
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Neuer Benutzer
Registriert seit: 18.05.2010
Beiträge: 22
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Hallo Eurydike,
>Du fragst, warum Du das alles erlebt hast. Wenn es ein Stoffwechselfehler ist, ist das der Grund.
Als Auslöser für die Krisen kommen bei mir verschiedene Faktoren in Frage, die da wohl zusammengespielt haben. Mag sein, dass auch Stoffwechselfehler dazu beigetragen haben. Ein vielleicht exotisch klingender Grund: Ich sah keinen anderen Weg aus meinen Problemen mehr, als an mein Inneres zu rekurrieren. Andere Gründe: Schlafunterbrechungen durch Stillen, hormonelle Faktoren in der Stillzeit, Arbeitsüberlastung durch Haushalt/Kinderbetreuung/Arbeit bzw. Studium,...
>Man hat Patienten LSD gegeben und sie zeichnen  lassen und kann gut verfolgen, wie die Emotionalität zunimmt und das Zeichnenkönnen abnimmt - vgl. Deine zerhackten Sätze).Stimmt, die Emotionalität hat dabei zugenommen.
Interessant! Ich habe auch von LSD-Versuchen gelesen, von Stanislav Grof, zB in der "Topographie des Unbewußten". Einige der zutage gebrachten Inhalte waren mir auch nicht unbekannt.
Wenn Du fragst, wozu habe ich das erlebt, könnte es ja sein, dass Du die symbolische Sprache verstehen lernen sollst (also das Unbewusste verstehen) und somit weniger Angst  entwickelst.Es handelt sich um keine aktuelle Angst  ! Das Ganze ist - fast wie ein langer epischer Film, oder besser: mehrere Filme - abgelaufen und pass  é. Es freut mich, wenn ich das aus den Krisen Erinnerte einzelnen von John Weir Perry in seinem Buch  "The Far Side of Madness" (siehe Vormail) aufgestellten Elementen zuordnen kann, zB "Return to the beginning". Zu diesem Thema habe ich mich nicht nur, wie ich schon geschildert habe, als neugeboren gefühlt bzw. geglaubt, dass ich mit einem neuen Leben  beginnen könne, sondern einmal auch, dass sich die Geschichte rückabwickelte und ich mich in die Steinzeit, "the beginning" versetzt sah. Ich verstehe nicht, warum das so war - Formen  der Regression möglicherweise, aber ich bin damit zufrieden, zu wissen, dass es Millionen anderer Menschen  - von den Elementen dieses Prozesses - vergleichbar ergangen ist, und das diese Krise - von ihrer Intention der letztendlichen psychischen Heilung bzw. Neukonstitution der Psyche auf einem besseren und stabileren Niveau - einen guten Ausgang hat.
>Das Buch  der 7 Siegel hat Dir besonders Angst  gemacht.
Jetzt, wo Du nicht im Schub bist, könntest Du ja mal aktive Imagination machen und es öffnen und sehen, was passiert. Im Traum soll man ja auch nicht weglaufen, sondern sich der Gefahr stellen. Meist ist sie dann sogar ein "Freund".
Na ja, bevor und als ich diese inneren apokalyptischen Visionen hatte, dachte ich, diese Szenerie sei gottgewollt, weil die Apokalypse  ja in der Bibel  steht, und damit hatte ich ein großes Problem, wollte mich gegen das weitere Öffnen der Siegel in Richtung Weltuntergang wehren. Diese Welt war mir ja wichtig. Jetzt lese ich bei Jung, dass er das auch schlimm gefunden hat. Das hat mich erleichtert.
Auf das Öffnen der sieben Siegel habe ich derzeit nicht viel Lust, ich befasse mich zunächst mit der Jung`schen Deutung  . Begleitet von einem Autor, werden viele Dinge verständlicher und leichter..
(...)
>Ich hatte eine Kollegin im Jung Institut, eine Aerztin, die sehr traurig darüber war, dass sie offenbar nicht symbolisch denken  konnte. Dieses Manko will beseitigt werden.
Es soll Menschen  geben, die nicht symbolisieren können, etwa Autisten. Ich gehöre möglicherweise auch dazu. Bei mir ist, was ist. Aber ich habe schon Freude an Symbolen.
Danke für die Pfingstwünsche. Die Firmung meiner Tochter war sehr feierlich. Nachher gab es ein Essen  bei ihrer Tante. Neben der Gastgeberin und mir waren noch acht  junge Leute dort. Irgendwie hatte ich das Gefühl des Generationenwechsels.
LG Margarete
Geändert von Akita (25.05.2010 um 15:29 Uhr)
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26.05.2010, 13:23
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#12
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Erfahrener Benutzer
Registriert seit: 25.09.2009
Ort: bei Zürich
Beiträge: 173
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Hallo Akita !
Du schreibst, "es soll Menschen  geben, die nicht symbolisieren können, etwa Autisten " und Du meinst, Du gehörest evt. auch dazu.
Hierüber weiss ich zu wenig, aber wir haben im Thema "Literatur als Lernobjekt" ja den Fall  des sprachlosen Kindes, auf welches , so denke ich, noch eingegangen wird.(Das Leben  erfinden von Ortheil)
Und in dem Thema Träume gibt es viel über Symbolik.
Ich werde mich dort mal wieder betätigen.
Herzlicher Gruss, Eurydike
Geändert von eurydike (26.05.2010 um 13:27 Uhr)
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26.05.2010, 20:18
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#13
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Neuer Benutzer
Registriert seit: 18.05.2010
Beiträge: 22
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Hallo Eurydike,
es findet sich allerlei zum Thema bei Google
zB im Artikel "Zur Bedeutung der psychoanalytischen Autismusforschung" von Karl Mätzler:
" Konkretistische Gleichsetzung von Teilobjekten
Ein wesentliches Kennzeichen des zweidimensionalen Erlebens besteht darin, dass keine oder nur eine rudimentäre Symbolbildung möglich ist und daher die konkretistische Erfahrungsweise vorherrschend bleibt: so wird etwa die Abwesenheit einer Person ganz konkret als Loch  in der Oberfläche erlebt, welches unmittelbar mit einem autistischen Objekt gefüllt werden muss. Gefühle, psychische Erfahrungen, beunruhigende Erlebnisse, Worte werden wie gefährliche Körpersubstanzen erlebt, die z.B. durch das Loch  in der Hülle entweichen könnten."
http://www.maetzler.info/text/autismusforschung.pdf
Ich schätze mich in die Nähe des Asperger-Syndroms, einer leichten Form  des Autismus, ein. Dazu gibt es einen Screening-Test als Selbsttest, wer ihn probieren möchte:
http://www.psychotherapiepraxis.at/surveys/survey_a.php
Liebe  Grüße,
Akita
Geändert von Akita (26.05.2010 um 21:22 Uhr)
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30.05.2010, 08:11
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#14
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Hallo Akita !
Danke für die links betr. Autismus. Das war sehr interessant zum Lesen  .
Liebe  Grüsse, Eurydike
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